Während die polnische Fußball-Nationalmannschaft durch eine 0:1-Niederlage gegen Tschechien aus der Europameisterschaft im eigenen Land ausscheidet, sorgt Griechenland in Warschau für die Sensation. Mit ihrem 1:0-Sieg gegen Russland ziehen sowohl die Griechen als auch die Tschechen ins Viertelfinale ein. Russland ist draußen.
Polens guter Start, Tschechiens Aufstieg
42.000 Zuschauer in Breslau merken der polnischen Elf an, dass sie dieses Spiel am liebsten in den ersten Minuten entscheiden wollen.Robert Lewandowski vergibt dabei nach zehn Minuten die wohl wichtigste Chance seines Lebens, aus gutem Winkel verzieht der Dortmunder Stürmer leicht – nur Zentimeter am linken Pfosten vorbei. Boenisch nagelt zwölf Minuten später den Ball aus 35 Metern Richtung Tor, aber Petr Cech klärt den strammen Schuss zur Ecke.
Danach kommen die Tschechen im strömenden Regen langsam ins Spiel. Nachdem sie anfangs nur jeden vierten Zweikampf für sich entscheiden können, zeigen ihre Vorstöße immer mehr Erfolg. Ohne Rosicki fehlt der Mannschaft aber jedwede Dynamik im Mittelfeld. Doch ihre Defensivarbeit lässt die Polen verzweifeln.
Jiracek ernüchtert Polen
Und so übernehmen die Tschechen in Breslau das Spiel. Lediglich dem polnischen Keeper Przemyslaw Tyton ist es zu verdanken, dass vorerst die Null noch steht. Tyton bekam wegen seines Elfmeter-Einstands des ersten Spiel den Vorzug vor Szczesny nach dessen Rotsperre.
In der 72. Minute werden die offensiv erstaunlich effektiven Tschechen für ihre Anstrengungen belohnt. Milan Baros legt Petr Jiracek nach einem Konter im Strafraum vor. Der Wolfsburger macht einen Haken und vollendet zum 1:0 ins rechte Eck. Der Endstand. Tschechien weiter – Polen raus.
Griechen erzielen Sensation
Ganz anders ergeht es der russischen Nationalmannschaft. In Warschau dominiert die Sbornaja das Spiel gegen Griechenland über weite Strecken. Dabei zeigen die Europameister von 2004 ungewöhnliche Offensivfähigkeiten in den ersten zehn Minuten. Entgegen des Spielverlaufs reicht den Griechen dann eine Unachtsamkeit Zhirkovs in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit, um für eine Überraschung zu sorgen.
Kapitän Georgios Karagounis dringt nach Zhirkovs unglücklicher Kopfballverlängerung in den Strafraum ein und schließt aus halbrechter Position eiskalt ab. Torhüter Malafeev ist geschlagen. 1:0 für Griechenland.
Griechen wie 2004
In der zweiten Halbzeit erhält der griechische Kapitän Karagounis zu Unrecht eine gelbe Karte für eine angebliche Schwalbe – Karagounis war tatsächlich leicht im Sechzehner gefoult worden. Die Russen finden keine Lösung, auch die letztendlich fünf Stürmer auf dem Platz bringen außer einer guten Kopfballchance kurz vor Schluss nichts mehr.
Als Gruppenzweiter trifft Griechenland damit im Viertelfinale auf den Sieger der Gruppe B (22. Juni in Danzig). Tschechien steht am Donnerstag (21. Juni in Warschau) dem Zweiten dieser Gruppe gegenüber. Entgegen aller Erwartungen gestaltet sich die Vorrunde in der Gruppe A damit zu DER Überraschung dieser EM bisher.

















