Jetzt heißt es: “Tango” für alle. Genauer: “Tango 12″. Denn der offizielle Spielball der diesjährigen Fußball-Europameisterschaft in Polen und der Ukraine rollt derzeit vermehrt in die Hände ballsportbegeisterter Fans. Laut media vontrol Sport-Charts avanciert das Spielgerät zum Verkaufsschlager. Vor allem die Top Mini Version landete auf Platz eins vor zwei “Replique-Varianten”.
Das Leder rollt. Obwohl heutzutage kaum von Leder die Rede sein kann. Eigentlich gar nicht, auch der “Tango 12″ – wie bei jedem Fifa-Turnier vom Herzogenauracher Sportartikelhersteller Adidas produziert – besteht zu 100 Prozent aus thermoplastischem Polyurethan. Genauer gesagt, aus thermisch geklebten Dreieck-Panels mit nahtloser Oberfläche, einer Grip-Textur für besseren Kontrakt zwischen Schuh und Ball und einer neuartigen Blase im Inneren, die größere Lufthaltevermögen garantieren soll.
Klingt nach Hi-Tech? Ist auch so. Die Entwicklung eines neuen Profi-Fußballs hat sich zu einer Wissenschaft für sich gemausert, die fränkische Spielball-Schmiede gilt als “Crème de la crème” in dieser Disziplin. Daran können auch Kritiker des Vorgängers “Jabulani” der WM 2010 in Südafrika nichts ändern. Damals hatte die Neuentwicklung für Verunsicherung – vor allem bei den Keepern – gesorgt, da ihm starkes Flattern nachgesagt wurde. Dies traf zwar zu, jedoch stellte sich heraus, dass das Spiel tatsächlich attraktiver wurde und Torwärter sich auf die neuen Flugeigenschaften einstellen mussten.
- Photo by Gary Prior/Getty Images for adidas
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Der neue “Tango 12″ ist eine Weiterentwicklung des “Jabulani”, knüpft jedoch gleichzeitig an die 70er und 80er Jahre an, als “Tango” Tradition war, wie unter anderem bei der WM 1978 in Argentinien oder 1984, als der EM-Ball in Frankreich “Tango Mundial” getauft wurde. Designtechnisch gesehen, ist der “Tango 12″ klassisch in Weiß gehalten, an den Rändern der schwarzen Waben wurden die Landesfarben der Gastgeberländer Polen (rot-weiß) und Ukraine (gelb-blau) eingefügt. Im Zentrum entfaltet sich das Symbol der Euro 2012 – eine Blume. Das auf dem EM-Ball zu sehende Element des Papierschneidens soll an die Tradition in den ländlichen Gegenden der Ukraine und Polens sowie an Verbundenheit, Kampfgeist und Leidenschaft im Fußball erinnern.
Zwei Jahre lang wurde der “Tango 12″ getestet. “Der Ball ist eines der wichtigsten Elemente bei so einem Turnier. Und wir sind der festen Überzeugung, dass das der beste Ball ist, der jemals bei einer EM zum Einsatz kam”, sagte Adidas-Vorstandschef Herbert Hainer Anfang Dezember bei der Präsentation des neuen Spielgerätes im Olympiastadion von Kiew, wo am 1. Juli das EM-Finale stattfindet.
Die Herzogenauracher Ball-Spezialisten dürften sich über das große Interesse an ihrem neuen Meisterwerk freuen. Es ist das elfte Mal, dass Adidas den EM-Balles herstellt. Und auch ihre Fußbälle “F50 X-IRE” und der “2012 DFL Mini” stellen sich ganz gut an: Platz vier und fünf der Sport-Charts. Sieg auf ganzer Linie. Kann man nur hoffen, dass die deutsche Nationalmannschaft damit auch so erfolgreich sein wird.





















