Euro 2012: Bender sichert DFB-Elf Viertelfinaleinzug gegen Dänemark

Juni 17, 2012 1 Kommentar »
Euro 2012: Bender sichert DFB-Elf Viertelfinaleinzug gegen Dänemark
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Nach 16 Jahren gelingt es der deutschen Nationalmannschaft erstmals wieder, mit 9 Punkten in ein EM-Viertelfinale einzuziehen. Durch einen 2:1-Erfolg gegen Dänemark im letzten Vorrundenspiel sicherte sich die DFB-Elf den Gruppensieg. Mit Deutschland überstand auch Portugal die Vorrunde in der “Todesgruppe”.

Bis auf eine Sturm-und-Drang-Phase in den ersten 25 Minuten gestaltete sich das Spiel des deutschen Teams unspektakulär. Bisweilen konnten die Fans es sogar mit der Angst zu tun bekommen, denn zwischenzeitlich fehlte lediglich ein Tor für “Danish Dynamite” im Stadion von L’viv und es wäre vorbei gewesen mit den Träumen vom vierten Europameisterschafts-Titel.

Podolskis Rechter und “Danish Dynamite”

Dabei sah alles aus wie geplant und erhofft. In der 19. Minute lässt Thomas Müller seinen dänischen Verteidiger den einen Schritt zuviel machen, spielt durch dessen Beine einen Querpass fast an der Torlinie. Gomez verlängert in einem Moment der Erleuchtung genial auf Lukas Podolski, der mit Rechts (!) das Leder ins Tor drischt. Deutschland führt 1:0, das Spiel scheint seinen Lauf zu nehmen.

Fünf Minuten später die Ernüchterung. Trotz des Wissens ob der Gefährlichkeit der Dänen bei Standards lässt die deutsche Hintermannschaft den Ego-Spieler Nicklas Bendtner von Arsenal London eine Ecke seelenruhig in den Fünf-Meter-Raum köpfen. Michael Kron-Dehli nimmt das Geschenk dankend an: 1:1 und da es nach 28 Minuten auch im Parallel-Spiel zwischen Portugal und den Niederlanden 1:1 steht, ist Deutschland weiter Gruppensieger der Gruppe B.

Spannend und doch hoffnungsvoll

In der zweiten Halbzeit verriegelte die dänische Elf von Nationaltrainer Morten Olsen ihren Sechzehner. All die Özils, Schweinsteigers, Müllers, Podolski bei seinem 100. Länderspiel (mit 27 Jahren!) und später auch Schürrle fanden keinen Weg durch die dicht gestaffelten Reihen dänischer Defensivkräfte. Fasst erinnerte die Hilflosigkeit der deutschen Offensive an das Champions-League-Finale Bayern München gegen Chelsea London, so einseitig verlief die Partie über lange Strecken.

Doch ein positiver Aspekt zeigte sich in dieser Phase. Die deutsche Nationalmannschaft hat unter Bundestrainer Joachim Löw viel gelernt seit 2008. Zwei verpasste Titel später ist Schönheit des Spiels nicht mehr das Maß aller Dinge: Am Ende gewinnt der Effiziente, Sichere. Das deutsche Spiel demonstrierte Ballsicherheit, Geduld und keine überstürzten Vorstöße, die das Spiel der DFB-Mannschaft in den Turnieren der letzten Jahre auch prägte. Diese Art und Weise ergötzt den Fan vielleicht manchmal nicht so – könnte am Ende aber der entscheidende Unterschied zwischen dem Vizemeisterschaft und Titel ausmachen.

Gruppensieg: Griechenland wartet

Die Geschichte gibt immer dem Sieger Recht. So auch heute. Nachdem Mehsud Özil die gesamte Spielzeit eher durch die effiziente Verteidigung seines Gegenspielers William Kvist aufgefallen war, erreichte sein für Miroslav Klose gedachter Pass am Ende Lars Bender. Der zeigte, was Bayer Leverkusen an ihm hat – und warum Löw ihn und nicht seinen Bruder Sven mit nach Polen und die Ukraine mitnahm. Überlegt und sicher schoss Bender gegen den Lauf des dänischen Torwarts Stephan Andersen zum 2:1-Endstand ein. Sein erstes Tor im DFB-Trikot.

Und das war auch gut so. Portugal bezwang die Niederlande durch zwei Tore des so kritisierten Cristiano Ronaldo letztlich mit 2:1. Holland fährt somit gedemütigt und punktelos zurück nach Hause. Portugal zeigt Potenzial und trifft am Donnerstag (21. Juni, 20.45 Uhr) in Warschau auf Tschechien. Deutschland muss sich auf einen weiteren Defensivkünstler einstellen: Griechenland erwartet sie am Freitag (22. Juni, 20.45 Uhr)  in Breslau.

Und für die Historiker und Hoffnungssuchenden: Das letzte Mal, dass Deutschland eine  EM-Vorrunde mit drei Siegen meisterte war 1996. Am Ende sorgte Oliver Bierhoff für den Europameisterschafts-Finalsieg.

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One Comment

  1. elka 18. Juni 2012 at 09:57 - Reply

    Hey Honk, bin zwar kein “Historiker”, aber dass Deutschland sich 96 den Viertelfinaleinzug durch ein Unentschieden gegen Italien erzittert hat, hat wenig mit der “Hoffnung” und dem Glauben an das aktuelle Team gemein…

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